Warum Motorradhosen bei XL aufhören — und was kräftig gebaute Fahrer deshalb wirklich tragen
„Ich fahre zu oft in Jeans.“ Dieser Satz stand in unserer Umfrage auffällig oft — fast immer von Fahrern jenseits der 100 Kilo. Es ist keine Bequemlichkeit. Es ist das Ergebnis von zehn, fünfzehn Jahren erfolgloser Suche.
Es gibt einen Satz, den wir in Kunden-E-Mails immer wieder lesen, und er klingt jedes Mal ein bisschen entschuldigend: „Leider passt mir keine Größe, da ich zu dick bin.“
Wir möchten das umdrehen. Das Problem ist nicht der Körper. Das Problem ist der Schnitt.
Motorradbekleidung wird überwiegend für eine sportliche Referenzfigur entwickelt. Oberhalb davon wird die Größe hochskaliert — der Bund wächst, die Oberschenkel wachsen kaum mit. Das Ergebnis kennt jeder, den es betrifft: Es sitzt wie eine Wurstpelle, oder es geht gar nicht erst zu.
Alle vier stammen aus echten Rückfragen. Die dritte ist die, bei der wir am häufigsten Ärger bekommen — deshalb steht sie hier so deutlich.
„Ich trage 40/32 — welche Größe brauche ich?“
Rechne deine Jeansgröße nicht um. Miss Bundweite und Innenbeinlänge an einer Hose, die dir heute gut passt, und vergleiche beides mit der Größentabelle. Das dauert zwei Minuten und erspart in den meisten Fällen die Rücksendung.
„Sitzt die nicht wieder wie eine Wurstpelle?“
Der Schnitt ist am Oberschenkel und an der Wade bewusst weiter gehalten und läuft zum Bund hin schmaler zu — also genau andersherum als bei einer hochskalierten Standardgröße. Dazu kommt ein Stretchanteil im Gewebe, der beim Aufsteigen mitgeht statt zu spannen.
„Ist das Bein lang genug, wenn ich sitze?“
Die ehrlichste Antwort dieser Seite: Das ist unsere häufigste Reklamation. Mehrere Fahrer haben uns geschrieben, im Sitzen fehlten ihnen acht bis zehn Zentimeter. Wenn du lange Beine hast, prüf die Innenbeinlänge in der Tabelle besonders genau — und rechne im Zweifel eine Größe drauf. Wir schreiben das lieber hier hin, als dass du es nach dem Auspacken merkst.
„Und wenn sie trotzdem nicht passt?“
Dann geht sie zurück. Du hast 30 Tage ab Lieferung, die Hose muss ungetragen sein — anprobieren ist ausdrücklich in Ordnung. Eine E-Mail genügt, die Rücksendeadresse kommt per Antwort, die Erstattung geht auf dasselbe Zahlungsmittel zurück.
Der Schnitt, um den es geht
Wer fünfzehn Jahre lang nichts Passendes gefunden hat, glaubt keiner Anzeige mehr. Das ist vernünftig. Der einzige Weg, das aufzulösen, ist der Zollstock — und danach dreißig Tage, in denen die Entscheidung noch offen bleibt.